Wenn schon Kosten steuern, dann am ehesten auf Kantonsebene

SVG  PNG  JPG

Zwar ist eine politische Kostensteuerung grundsätzlich erwünscht. Kommt diese in Form eines Kostendachs, bei dem innerhalb eines Jahres die über die Grundversicherung abgerechneten Kosten einen Maximalbetrag nicht überschreiten dürfen, ist die Zustimmung klar tiefer oder kippt in klare Ablehnung.

Am ehesten können sich die Stimmberechtigten ein Kostendach auf Kantonsebene vorstellen. Die Anteile an Befragten, welche dies als sinnvoll (48%) oder nicht sinnvoll (46%) erachten, sind fast gleich gross. Deutliche Mehrheiten dafür finden sich sowohl bei Sympathisierenden von SVP (67% «sinnvoll») und SP (61%), aber auch bei Personen mit hohen Haushaltseinkommen (58%) oder in der Deutschschweiz (54%). Klar dagegen sprechen sich Befragte aus der italienischsprachigen Schweiz aus (75% «nicht sinnvoll»). Auch in der französischsprachigen Schweiz (54%) und bei unteren Einkommen (CHF 3'000 bis 5'000: 56%) ist das Votum mehrheitlich ablehnend.

Ein Kostendach für bestimmte Leistungsbereiche wird von 36 Prozent, ein Kostendach über die ganze Schweiz von 29 Prozent und pro Leistungserbringer nur noch von 17 Prozent der Befragten als sinnvoll erachtet. Ein Kostendach für bestimmte Leistungsbereiche könnten sich über die Hälfte der Befragten in der französischsprachigen Schweiz (59%) sowie Parteiungebundene (56%) vorstellen. Überdurchschnittlich als sinnvoll gilt ein solches Kostendach auch bei Personen mit tiefen Bildungsabschlüssen (49%) sowie bei Befragten unter 30 Jahren (45%). Das Kostendach für die gesamte Schweiz fällt bei allen Gruppen durch. Am höchsten ist die Zustimmung innerhalb der SVP-Sympathisierenden (39%) und der Parteiungebundenen (36%). In der italienischen Schweiz wird ein solches Kostendach klar abgelehnt (99% «nicht sinnvoll»). Ein Kostendach pro Leistungserbringer kommt in keiner soziodemografischen Untergruppe auf über 30 Prozent.