Tarifpartner vermehrt in der Pflicht

SVG 

Eine wachsende Skepsis gegenüber einer zu starken Rolle der Kantone im Gesundheitswesen zeigt sich bei der Frage, wer die Kosten (mit-)steuern soll. Hier sind zwar die Kantone mit 52 Prozent noch knapp mehrheitsfähig und die am häufigsten genannte Akteursgruppe. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies aber einen Rückgang um 22 Prozentpunkte.

Am stärksten für eine Mitentscheidung der Kantone sind die Sympathisierenden der CVP (61%) sowie Personen aus grossen Agglomerationen (60%).

Fast die Hälfte der Befragten kann sich vorstellen, dass der Bund bei der politischen Steuerung der Kosten mitentscheiden soll (48%, +3).

Mit 71 Prozent sprechen sich die Stimmberechtigten aus der französischsprachigen Schweiz am stärksten für eine politische Kostensteuerung durch den Bund aus. Parteipolitisch betrachtet geniesst die Steuerung durch den Bund vor allem in den Reihen von SP (58%) und CVP (55%) Sympathie.

Ein Mitentscheidungsrecht der Tarifpartner (42%, +12) – also der Spitäler und Kliniken, Ärztinnen und Ärzte sowie Krankenkassen – wird von den Stimmberechtigten nicht mehr so klar abgelehnt wie im Vorjahr.

Personen zwischen 30 und 39 oder 60 und 69 Jahren (je 49%), aus der italienischsprachigen Schweiz, Männer (je 48%) sowie Stimmberechtigte mit Sympathie für die SVP (46%) befürworten eine Mitentscheidung durch die Tarifpartner am stärksten.