• Das Wesentliche in Kürze: Kosten werden immer wichtiger

    Es zeichnet sich eine Gegenbewegung zur reinen Fokussierung auf Qualität ab. Zwar wird Qualität nach wie vor als sehr wichtig im Spitalwesen erachtet, jedoch sieht nur noch eine Minderheit der Befragten in der hohen Qualität eine Rechtfertigung für hohe Kosten.

    Mit der heutigen Mittelverteilung sind die Stimmberechtigten mehrheitlich zufrieden. Kinder- und Altersmedizin sowie Regionalspitäler sind Ausbaubereiche. Am ehesten ein Sparpotenzial sehen die Befragten bei der Ärzteschaft.

    Nur noch eine knappe Mehrheit der Stimmberechtigten zieht es vor, das Kostenwachstum im Gesundheitswesen politisch zu steuern. Im Vergleich zum Vorjahr möchten jedoch mehr Befragte die Kostensteigerung dem Markt überlassen. Die Kantone möchte 2019 nur noch die Hälfte der Befragten mitsteuern lassen. Ein kantonales Kostendach ist die nun am wenigsten gewünschte Lösung.

    Die gefühlte finanzielle Belastung durch die Gesundheitskosten bleibt hoch.

    2019 sind jeweils 44 Prozent für oder gegen eine Zulassungsbeschränkung neuer Arztpraxen. Die Meinungen sind weiterhin nicht gefestigt. Hauptsächlich sollen die Kantone oder der Markt darüber entscheiden. Die Stimmberechtigten sehen die Rolle der Kantone aber kritischer.

    Eine klare Verschiebung von einer «sehr guten» zu einer «eher guten» Qualitätsbeurteilung der Spitäler ist festzustellen. Weiterhin stellen wenige Befragte eine schlechte Qualität fest. Die Glaubwürdigkeit aller Akteure der Gesundheitspolitik hat abgenommen.

    Drei Viertel der Befragten mit einer Spital- oder Klinikerfahrung in den letzten zehn Jahren beurteilen diese als positiv, nur sechs Prozent als negativ.

    Das Bedürfnis nach Informationen über Ärzte, Spitäler und Kliniken bleibt hoch. Immer häufiger finden die Befragten die gesuchte Information. Nur noch eine Minderheit weiss selber am besten, welches Spital oder welche Klinik am geeignetsten wäre. Die Stimmberechtigten vertrauen nach wie vor fast flächendeckend ihrer Ärztin oder ihrem Arzt bei der Überweisung in ein Spital.

    Die freie Arzt- und Spitalwahl gilt weiterhin als ein klarer Grundwert der Gesundheitspolitik. Der Trend weg von der Spitalkonzentration auf Zentren hin zu einem breiteren Angebot auch in Randregionen setzt sich fort.

    Räumliche Nähe bleibt aber klar das unwichtigste und Qualität das wichtigste Kriterium beim Entscheid für ein Spital.

    Regionale Angebote werden bei Notfällen, wiederkehrenden ambulanten Behandlungen und Geburten gewünscht. Bei mehrwöchigen stationären Behandlungen in der Psychiatrie oder für eine Rehabilitation sowie bei einmaligen chirurgischen, insbesondere spezialisierten Eingriffen sind längere Wege akzeptabel.

  • Hintergrundinformationen

    Technischer Bericht

    Die Ergebnisse des H+ Spital- und Klinik-Barometers 2019 basieren auf einer repräsentativen Befragung von 1200 Stimmberechtigten aus der ganzen Schweiz, welche gfs.bern im Auftrag von H+ Die Spitäler der Schweiz durchgeführt hat. Die Befragung wurde zwischen dem 17. Mai und dem 15. Juni 2019 mittels Face-to-Face-Interviews realisiert.

    Über die technischen Eckwerte dieser Umfrage orientiert die nachstehende Übersicht:

    Auftraggeber

    H+ Die Spitäler der Schweiz

    Grundgesamtheit

    Schweizer Stimmberechtigte

    Befragungsgebiet

    ganze Schweiz

    Herkunft der Adressen

    Strassenakquisition

    Datenerhebung

    Face-to-Face (CAPI)

    Befragungszeitraum

    17. Mai bis 15. Juni 2019

    mittlerer Befragungstag         

    5. Juni 2019

    Stichprobengrösse

    minimal 1200, effektiv 1200
    n DCH: 700, n FCH: 300, n ICH: 200

    Fehlerbereich

    ± 2.9 Prozentpunkte bei 50/50 (und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit)

    Quotenmerkmale

    Alter/Geschlecht gekreuzt

    Schichtung nach

    Sprachregion/Siedlungsart gekreuzt

    Gewichtung nach

    Sprachregion/Siedlungsart gekreuzt, Bildung, Alter/Geschlecht gekreuzt, Parteiaffinität

    Publikation

    publiziert

    Ausgewählte statistische Stichprobenfehler nach Stichprobengrösse und Basisverteilung

    Stichprobengrösse

    Fehlerquote Basisverteilung

    50% zu 50%

    20% zu 80%

    N =          1200

    ± 2.9 Prozentpunkte

    ± 2.3 Prozentpunkte

    N =          1000

    ± 3.2 Prozentpunkte

    ± 2.5 Prozentpunkte

    N =             600

    ± 4.1 Prozentpunkte

    ± 3.3 Prozentpunkte

    N =             100

    ± 10.0 Prozentpunkte

    ± 8.1 Prozentpunkte

    N =               50

    ± 14.0 Prozentpunkte

    ± 11.5 Prozentpunkte

    Lesebeispiel: Bei rund 1200 Befragten und einem ausgewiesenen Wert von 50 Prozent liegt der effektive Wert zwischen 50 Prozent ± 2.9 Prozentpunkte, bei einem Basiswert von 20 Prozent zwischen 20 Prozent ± 2.3 Prozentpunkte. Dabei setzt man in der Umfrageforschung zumeist ein Sicherheitsmass von 95 Prozent, das heisst man akzeptiert eine Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 Prozent, dass der nachgewiesene statistische Zusammenhang so in der Bevölkerung nicht vorhanden ist.

  • Impressum

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    Fachverantwortliche Webpublishing
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    jonas.kocher@gfsbern.ch