Interprofessionelle Peer Reviews

Interprofessionelle Peer Reviews gewinnen im Rahmen der kontinuierlichen Qualitätssicherung im Gesundheitswesen an Bedeutung. Das Peer Review ist ein bewährtes und unbürokratisches Verfahren, um unter Einbezug von externen Fachpersonen Patientenfälle retrospektiv zu analysieren, im kollegialen Austausch zu besprechen und – falls notwendig – gemeinsam Qualitätsverbesserungsmassnahmen zu erarbeiten. Ziel ist es, einen kontinuierlichen internen Verbesserungsprozess auszulösen und eine Sicherheitskultur in den teilnehmenden Spitälern und Kliniken zu etablieren.

Allianz Peer Review CH fördert interprofessionelle Peer Reviews

Gemeinsam mit der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) und der Schweizerischen Vereinigung der Pflegedienstleiter/-innen Swiss Nurse Leaders fördert H+ national einheitliche und interprofessionelle Peer Reviews basierend auf Routinedaten. In der Akutsomatik dient als Grundlage das in Deutschland bereits etablierte IQM Peer Review Verfahren, welches 2014/15 helvetisiert und 2016 standardmässig eingeführt wurde. Für die Psychiatrie wird ein analoges Verfahren erarbeitet.

  • Akutsomatik

    Immer mehr Schweizer Akutspitäler und Kliniken schliessen sich der deutschen Initiative Qualitätsmedizin (IQM) an, lassen Indikatoren aus Routinedaten auswerten (z.B. Mortalitätsraten) und vergleichen ihre Ergebnisse intern mit anderen IQM Mitgliedskliniken. Bei statistischen Auffälligkeiten in den Ergebnissen können die Spitäler und Kliniken die Ursachen dafür mit Hilfe von Analysemassnahmen des internen Qualitätsmanagements (z.B. MoMo-Konferenzen und Selbstreviews) oder mit externer Unterstützung durch ein Peer Review aufklären.

    Ablauf Interprofessionelle Peer Reviews

    IQM Mitgliedschaft

    Die IQM Mitgliedskliniken signalisieren Bereitschaft zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung. Sie stellen sich den drei Grundsätzen:

    • Qualitätsmessung auf Basis von Routinedaten,
    • Transparenz der Ergebnisse durch deren Veröffentlichung,
    • Qualitätsverbesserungen durch Peer Review Verfahren.


    Um eine generelle gesetzliche Pflicht zur Durchführung von Peer Reviews zu vermeiden, empfiehlt die Allianz Peer Review CH (H+, FMH, Swiss Nurse Leaders) denjenigen Spitälern und Kliniken, die sich IQM noch nicht angeschlossen haben, die Mitgliedschaft direkt bei der IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V. zu beantragen.

  • Psychiatrie

    Für den Fachbereich Psychiatrie wird zurzeit ein national einheitliches Peer Review Verfahren aufgestellt. Der Zentralvorstand der FMH und die Vorstände von H+ und Swiss Nurse Leaders genehmigten Ende 2017 den Projektantrag und beauftragten H+ mit der Projektleitung. Die Vorstände von Swiss Mental Health Care (SMHC) und Association Romande des Institutions Psychiatriques (ARIP) finden die Stossrichtung grundsätzlich richtig und wichtig, sie unterstützen die Initiative der Allianz Peer Review CH ebenfalls.

    Projektorganisation

    Als erstes erarbeiten Expertinnen und Experten aus ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Bereichen in Arbeitsgruppen Umsetzungsvorschläge.

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