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Zusammenfassung der Erkenntnisse

 

These 3
Der Kostendruck führt zu einer Ausdifferenzierung in der Prioritätensetzung. Die Stimmberechtigten gewichten räumliche Nähe, das Spitalessen oder die Empfehlung von Bekannten und Verwandten weniger stark als früher.


Auch wenn eine Mehrheit in jeder Region ein Spital oder eine Klinik mit den wichtigsten spezialisierten Behandlungen möchte, setzt sich der Wunsch nach Zentralisierung bei hochspezialisierten Behandlungen zunehmend durch.

Die Stimmberechtigten sind der Meinung, dass Qualität wichtiger als Nähe ist und sind zunehmend bereit, für eine wichtige Behandlung in einen anderen Kanton zu gehen. Bei der maximal in Kauf genommenen Reisetrecke differenzieren sich angesichts des Kostendrucks die Prioritäten: Für Notfälle, wiederkehrende ambulante Behandlungen und Geburten ist ein nahes Angebot erwünscht. Für einmalige chirurgische Eingriffe werden längere Anfahrtswege in Kauf genommen, für mehrwöchige stationäre Aufenthalte in der Psychiatrie oder für eine Rehabilitation noch längere Wege.

Eine Ausdifferenzierung findet auch bei den Entscheidungsfaktoren für oder gegen eine Institution statt: Am wichtigsten sind Qualität und Kosten. Faktoren, welche nicht im Zentrum der Spitalleistung stehen, wie das Krankenhausessen oder die Nähe zum Wohnort, sind klar untergeordnet.