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Hausärzte sollen vermehrt mitentscheiden

 

Über die Durchführung einer sehr teuren, von der Krankenkasse bezahlten Behandlung sollen nach Ansicht der Stimmberechtigten nach wie vor primär die Spezialistinnen und Spezialisten entscheiden (77% «entscheiden», ±0). Vor allem im mittleren Alterssegment (40-49 Jahre: 82%) wird diese Ansicht geteilt.

Zunehmend soll auch der Hausarzt oder die Hausärztin mitentscheiden (64%, +5), während die Patientin oder der Patient nur noch von der Hälfte der Befragten (50%, −13) genannt wird. Hier zeigt sich eine Fortsetzung der im letzten Jahr eingesetzten Entwicklung, dass die Befragten dem Fachpersonal hohes Vertrauen entgegenbringen, sich und ihresgleichen aber weniger zutrauen, im Gesundheitswesen Entscheidungen zu treffen.

Eine stärkere Rolle der Hausärztinnen und -ärzte unterstützen vor allem CVP- (74%) und FDP-Sympathisierende (70%). Personen mit einem tiefen Bildungsgrad (73%) würden den Patientinnen und Patienten ebenfalls einen Entscheid zugestehen, während die Befürwortung mit zunehmender Bildung abnimmt (mittlere Schulbildung 51%, hohe Schulbildung 42%). Die Befragten aus der französischsprachigen Schweiz befürworten den Patientenentscheid in deutlich geringerem Ausmass (13%).

Wie bis anhin möchten die Stimmberechtigten nicht, dass die Kranken- und Unfallversicherungen mitentscheiden können, ob eine von ihnen bezahlte, teure Behandlung durchgeführt wird. Mit 22 Prozent (−17) liegt der Anteil deutlich tiefer als in den letzten Jahren. Einzig in der italienischsprachigen Schweiz kann sich die Hälfte der Befragten (50%) einen Mitentscheid durch die Krankenkassen vorstellen. In allen anderen Gruppen findet sich klar keine Mehrheit dafür. Bei den ältesten Befragten (ab 70 Jahren: 34%) würde immerhin ein gutes Drittel die Krankenkassen mitentscheiden lassen.