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H+ Spital- und Klinik-Barometer 2017

 

Das Wichtigste in Kürze:

Zulassungsbeschränkung kritisch gesehen – föderalistische Lösung bevorzugt


Die Stimmberechtigten stehen mit einer relativen Mehrheit der Zulassungsbeschränkung neuer Arztpraxen eher kritisch gegenüber, wobei die Meinungen noch nicht gefestigt sind. Als Entscheidungskriterien für Beschränkungen sollen primär die Qualität, sekundär die Anzahl und die Kosten der Arztpraxen herangezogen werden. Hauptsächlich sollen die Kantone darüber entscheiden.

Die Einschätzung der Qualität der Spitäler hat sich 2017 auf hohem Niveau weiter verbessert. Sie zählen nach wie vor zu den glaubwürdigsten Akteuren in der Gesundheitspolitik. Nur die Ärzteschaft geniesst weiterhin eine noch höhere Glaubwürdigkeit. Das Selbstvertrauen der Stimmberechtigten sowie die Glaubwürdigkeit der Krankenkassen sind deutlich rückläufig.

Die Entwicklung der Vorjahre weg von der freien Arzt-, Spital- und Klinikwahl hat sich nicht bestätigt. 93 Prozent der Stimmberechtigten votieren mehr oder weniger deutlich für die Beibehaltung der Wahlfreiheit.

Die Gesundheitskosten werden neu fast flächendeckend als grosse Belastung für Haushalte mit mittleren Einkommen angesehen. Die Bereitschaft wächst, einzelnen Bereichen die Mittel zu kürzen. Neben den psychiatrischen Kliniken und den Spezialärzten, schliessen die Befragten auch Kürzungen insbesondere bei Rehabilitationskliniken nicht mehr aus.

Weiterhin vertreten die Befragten mehrheitlich die Ansicht, dass der Kostendruck zu Qualitätsabbau führt. Ebenso sieht eine Mehrheit in der hohen Qualität der Gesundheitsversorgung einen Rechtfertigungsgrund für hohe Kosten.

Den Entscheid, ob eine sehr teure, durch die Krankenkasse bezahlte Behandlung durchgeführt werden soll, wollen die Befragten den medizinischen Spezialisten und vermehrt auch den Hausärzten, aber deutlich weniger den Patienten und am wenigsten den Krankenkassen überlassen.

Die Mehrheit der Befragten wünscht sich in jeder Region ein Spital oder eine Klinik. Die hochspezialisierten Leistungen sollen weiterhin zentralisiert angeboten werden. Regionale Angebote werden bei den Notfällen, wiederkehrenden ambulanten Behandlungen und Geburten gewünscht. Bei mehrwöchigen stationären Behandlungen in der Psychiatrie oder für eine Rehabilitation sind längere Wege akzeptabel.

Die Qualität und die behandelnden Ärzte sind die wichtigsten Kriterien für die Spitalwahl. Zunehmend wichtig sind auch die Kosten. Die räumliche Nähe, die Empfehlung durch Bekannte und das Krankenhaus-Essen werden als weniger wichtig beurteilt.

Fast alle haben in den letzten zehn Jahren indirekte, aber auch direkte Erfahrungen mit Spitälern und Kliniken gesammelt. Für sieben Zehntel war die Erfahrung positiv, für weniger als einen Zehntel negativ.