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ConradEngler
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H+ Spital- und Klinik-Barometer 2016

 

Das Wichtigste in Kürze:

Das Vertrauen in Fachpersonen steigt, das Selbstvertrauen sinkt


Die Stimmberechtigten haben ein hohes, wachsendes Vertrauen in ihre Ärztinnen und Ärzte, dass diese sie in die geeignetste medizinische Einrichtung überweisen. Dem gegenüber schrumpft das Selbstvertrauen, selber ein Spital oder eine Klinik zu wählen. Mehrheitlich geben die Befragten an, sich über die Ärzteschaft, die Spitäler und die Kliniken zu informieren. Im Internet wird dabei nur leicht häufiger auf offizielle als auf unabhängige Websites zurückgegriffen. Werbung von Spitälern und Kliniken bleibt mehrheitlich akzeptiert.

Unverändert gelten die Schweizer Spitäler und Kliniken als sehr wichtig für das Gesundheitswesen, als qualitativ gut und zunehmend als glaubwürdige Akteure in der Gesundheitspolitik.

Eine deutliche Mehrheit will an der freien Arzt- und Spitalwahl festhalten. Erstmals kann sich jedoch ein Viertel der Stimmberechtigten vorstellen, eine Vorauswahl durch die Krankenkassen treffen zu lassen. Der im Vorjahr geäusserte Wunsch nach mehr Zentralisierung (Konzentration auf Zentren) ist rückläufig.

Die staatliche Mitfinanzierung der Spitäler und Kliniken bleibt klar mehrheitsfähig, verliert aber an Unterstützung und liegt erstmals hinter der Finanzierung durch die Krankenkassen. Die Befragten werten neuerdings Qualität als Rechtfertigungsgrund für hohe Kosten.

Mit der heutigen Mittelverteilung sind die Stimmberechtigten mehrheitlich einverstanden. Am ehesten würden sie der Kindermedizin, den allgemeinen Ärztinnen und Ärzten und den Rehabilitationskliniken mehr Mittel zur Verfügung stellen. Die psychiatrischen Kliniken sowie Spezialärztinnen und -ärzte in Praxen sind nach wie vor die am häufigsten genannten Sparziele.

Den Entscheid, ob eine sehr teure, durch die Krankenkasse bezahlte Behandlung durchgeführt werden soll, wollen die Befragten vermehrt den medizinischen Spezialistinnen und Spezialisten überlassen.

Die Stimmberechtigten möchten, dass in jeder Region ein Spital oder eine Klinik steht, aber die hochspezialisierten Leistungen zentralisiert angeboten werden. Sie sind sich bewusst, dass ein zu dichtes Spitalnetz mit hohen Kosten verbunden ist.

Deshalb sind die Befragten auch zunehmend bereit, für wichtige Behandlungen weitere Wege auf sich zu nehmen. Insbesondere bei einmaligen und spezialisierten Eingriffen ist die Nähe nicht entscheidend. Im Gegensatz zu Notfällen, die nach wie vor so rasch wie möglich behandelt werden sollen. Auch für eine Geburt oder bei wiederkehrenden Behandlungen möchten die Befragten Angebote in der Nähe.

Die Qualität ist aus Sicht der Stimmberechtigten das wichtigste Kriterium für oder gegen eine Institution, die räumliche Nähe das am wenigsten wichtige.